BAFA INVEST- Der 2021 Leitfaden zum Zuschuss für Wagniskapital

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Sie leiten ein deutsches Startup und sind auf der Suche nach Wagniskapital? Sind Sie ein Business Angel, der in das nächste große Ding investieren möchte? Das deutsche Programm des BAFA namens INVEST – Zuschuss für Wagniskapital könnte genau das sein, wonach Sie gesucht haben. Das BAFA hilft beim Matching von Startups mit den pasenden Investoren und fördert das Investment mit einer Rückvergütung von 20%, bis zu 500.000€ der Investitionssumme plus einer pauschalen Steuerrückerstattung im Falle eines Exits.

Was ist Wagniskapital?

Wagniskapital ist eine Form von privatem Eigenkapital, das Investoren jungen, innovativen Unternehmen zur Verfügung stellen. Es wird auch als Beteiligungskapital, Risikokapital, Backing oder einfach V.C. bezeichnet. Wagniskapital ist jedoch kein Kredit, sondern Eigenkapital, das der Investor dem Unternehmen zur Verfügung stellt. Wagniskapital wird in der Regel von vermögenden Business Angels, Investoren, Investmentbanken oder anderen Finanzinstituten zur Verfügung gestellt. Der Investor erwirbt keine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen, sondern wird als Mitgesellschafter mit allen Rechten und Pflichten in das Unternehmen integriert. Im Gegensatz zu einem Kredit realisiert der Investor seinen Gewinn nicht durch die Zinsen, sondern nur bei einem erfolgreichen Verkauf des Unternehmens, z. B. bei einem Börsengang oder durch den Verkauf seiner Anteile an Dritte.

Vorteile für Unternehmen

Jedes Jahr gehen in Deutschland zahlreiche Unternehmer und Gründer mit vielversprechenden Innovationen an den Markt. Doch viele dieser Startups scheitern bereits in der Anfangsphase. Der Grund: zu wenig Kapital, um den Markteintritt und die Wachstumsphase erfolgreich zu finanzieren. Gerade bei der Bereitstellung von Wagniskapital hat Deutschland im internationalen Vergleich noch erhebliches Potenzial.

INVEST unterstützt junge innovative Unternehmen, die im Rahmen des Antragsverfahrens ein Zertifikat über die Förderungswürdigkeit erhalten. Zusätzlich zum Zertifikat können die Unternehmen ein Förderlogo vom BAFA erhalten, das auf der Website und in Präsentationen verwendet werden kann, um potenzielle Investoren auf die Förderfähigkeit aufmerksam zu machen und so die Chancen auf eine Finanzierung durch Wagniskapital zu erhöhen. Außerdem werden die Startups in einer öffentlichen Datenbank gelistet, in der Sie für potenzielle Investoren öffentlich einsehbar sind.

Vorteile für Investoren

Der Akquisitionszuschuss reduziert das Risiko einer Kapitalbeteiligung. Der Investor erhält vom Staat 20 Prozent der Investitionssumme in ein innovatives Unternehmen steuerfrei erstattet. Seine Anteile an dem Unternehmen verbleiben vollständig bei ihm. Verkauft der Investor die Anteile nach einer Mindesthaltedauer von drei Jahren oder scheitert das Unternehmen, muss er den Zuschuss nicht zurückzahlen.

Erzielt der Investor (nur natürliche Personen) bei der Veräußerung seiner bzw. beim Verkauf seiner Anteile einen Gewinn, erhält er die zu zahlenden Steuern in Höhe von 25 Prozent des Veräußerungsgewinns pauschal erstattet. Die Gewinnchancen werden dadurch für den Anleger zusätzlich erhöht. Pro Kalenderjahr werden maximal 500.000 Euro pro Investor gefördert. Pro Kalenderjahr können Investitionen in Höhe von bis zu 3 Millionen Euro pro Unternehmen gefördert werden. 

 

Vorraussetzungen für Start-ups

Junge innovative Unternehmen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wenn sie von einem Investor, der INVEST nutzen möchte, eine Beteiligung erhalten wollen.

Anforderungen an Unternehmen:

  • nicht älter als sieben Jahre
  • weniger als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)
  • Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von nicht mehr als zehn Millionen Euro
  • Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz im Europäischen Wirtschaftsraum und mindestens einer im Handelsregister eingetragenen Niederlassung in Deutschland oder einer im Handelsregister eingetragenen Betriebsstätte
  • Nachgewiesenermaßen innovativ: Das Unternehmen gehört laut Handelsregister einer als innovativ definierten Branche1 an, ist Inhaber eines Patents oder hat in den letzten zwei Jahren vor der Antragstellung öffentliche Mittel für ein Forschungs- oder Innovationsprojekt erhalten. Die Innovativität kann auch durch ein gesondertes Kurzgutachten eines benannten unabhängigen Sachverständigen (seit 01.02.2021 PWC) nachgewiesen werden.
  • Das Unternehmen ist fortlaufend wirtschaftlich tätig oder nimmt spätestens ein Jahr nach Abschluss der Beteiligung seine Geschäftstätigkeit auf.

    Voraussetzungen für Investoren

    Damit eine Investition in das Startup durch den INVEST-Zuschuss gefördert werden kann, muss der Investor ebenfalls einige Voraussetzungen erfüllen:

    • Der Business Angel muss als natürliche Person investieren
    • Alternativ eine Holding-GmbH und -U.G. mit bis zu zehn Gesellschaftern, wobei nur natürliche Personen den späteren Exit-Zuschuss erhalten
    • Hauptwohnsitz in der E.U. und volljährig
    • Die Mindesthaltedauer der Beteiligung beträgt drei Jahre
    • Mindestbeteiligung: 10.000 Euro.
    • Acquire the shares with their own money (no loan financing of the shares).
    • Erwerb der Anteile mit eigenem Geld (keine Kreditfinanzierung der Anteile).
      Der Anteilserwerb muss auf einem Businessplan des Unternehmens beruhen und eine realistische Exit-Strategie verfolgen

    Erfüllen die Investoren die Voraussetzungen nicht, lehnt das BAFA den Antrag auf den INVEST-Zuschuss ab.

    ———————— Tipp ————————

    Neu ist seit Anfang 2017, dass auch Folgeinvestitionen förderfähig sind, sofern INVEST bereits den Erwerb der zuvor vom Investor gehaltenen Anteile gefördert hat.

    Sie benötigen Hilfe?

    Wir sind Ihre Berater für BAFA Invest

    Extra: Exit-Zuschuss bei Verkauf von Anteilen

    Neu im Rahmen des INVEST-Zuschusses für Wagniskapital ist der Exit-Zuschuss. Hier erhalten natürliche Personen neben dem Anschaffungszuschuss eine pauschale Erstattung von Steuern auf Gewinne, die beim Verkauf der erworbenen Anteile anfallen.

    Der Gewinn aus dem Verkauf der Anteile muss mindestens 2.000 Euro betragen, um den Exit-Zuschuss zu erhalten. Ist dies der Fall, erhalten natürliche Personen 25% des Gewinns aus dem Verkauf ihrer INVEST-Anteile als Steuererstattung. Der Überschussfreibetrag ist auf 80% des Anlagebetrages der INVEST-Aktien begrenzt.

    Wie stelle ich einen Antrag für BAFA INVEST?

    Der Antrag auf den INVEST-Zuschuss wird beim BAFA eingereicht, dort geprüft und ggf. genehmigt. Bei der Antragstellung gibt es zwei Varianten:

    Variante 1: Das Start-up existiert bereits

    SCHRITT 1: Zunächst muss das kapitalsuchende Start-up einen elektronischen Antrag beim BAFA einreichen. Das BAFA prüft und bescheinigt ggf. die Förderfähigkeit des Unternehmens.

    SCHRITT 2: Der Förderbescheid ist sechs Monate lang gültig. Ist ein Investor gefunden, muss dieser ebenfalls einen Online-Antrag für den INVEST-Zuschuss (sozusagen die Akquisitionsförderung) beim BAFA stellen.

    Letzter Schritt: Nachdem das BAFA auch den Antrag des Investors positiv beschieden hat, tätigt er den Kauf der Anteile. Um dann die 20%ige Rückvergütung zu erhalten, beantragt der Investor diese beim BAFA und reicht auch den neuen Gesellschaftsvertrag ein.

    Variante 2: Das Start-up ist noch nicht firmiert

    SCHRITT 1: Beteiligt sich der Investor an einem Start-up-Projekt, d.h. das Unternehmen existiert noch nicht, muss der Investor zunächst den Antrag auf den INVEST-Zuschuss online stellen.

    SCHRITT 2: Das Unternehmen stellt den Antrag auf den INVEST-Zuschuss, nachdem es gegründet und ins Handelsregister eingetragen wurde – dies muss innerhalb von drei Monaten nach Antragstellung durch den Investor erfolgen.

    Weitere Links zu BAFA-INVEST

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