10 Dinge die ein Start-up bei der Erstellung eines Businessplans beachten sollte

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Die Erstellung eines Businessplans ist normalerweise eines der wichtigsten Dinge, die Unternehmer im Kopf haben.

Vor allem, wenn es darum geht, Investoren oder Banken zu überzeugen, um eine Finanzierung zu erhalten.

Aber es gibt wichtige Dinge, die vor der eigentlichen Erstellung Ihres Businessplans geklärt werden müssen.

Um sicherzustellen, dass Sie diese Dinge von Anfang an richtig angehen, haben wir unseren Innovationsexperten und professionellen Unternehmensberater Kai Malzer interviewt – und seine Top 10 Dinge geteilt, die ein Start-up wissen sollte, bevor es einen Businessplan erstellt.

Bereit für die Starthilfe?

#1 Entwickeln Sie ein skalierbares Geschäftsmodell

Am Ende geht es bei den meisten Unternehmen darum, Geld zu verdienen.

Viele Start-ups beginnen mit einer Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung und dem idealen Kunden.

Allerdings fehlt ihnen oft eine konkrete Monetarisierungsstrategie oder ein (hoffentlich) skalierbares Geschäftsmodell.

Wenn Sie ein vernünftiges Geschäftsmodell entwickeln, erhalten Sie ein klares Bild von den genauen Schritten, die Ihr Unternehmen unternehmen muss, um langfristig Einnahmen zu erzielen.

Außerdem werden Sie in die Lage versetzt, Ihre Geschäftsidee leichter verständlich zu präsentieren.

Außerdem erfordert das Denken in Geschäftsmodellen, dass Sie sich mit den zentralen Funktions- und Erfolgsfaktoren auseinandersetzen.

Mein Lieblingskonzept ist die Business Model Canvas (BMC) in Kombination mit dem magischen Dreieck (MT). Beide sind an der Universität St. Gallen entstanden.

Das MT ermöglicht eine größere Offenheit beim Brainstorming. Das BMC liefert anschließend eine tiefergehende Ausarbeitung Ihrer Innovation.

#2 Staatliche Subventionen und Förderprogramme berücksichtigen

Kostenloses Geld ist toll, oder?

Das finden wir auch.

Deshalb ist es für uns essentiell, staatliche Subventionen und Förderprogramme zu berücksichtigen, wenn wir mit Start-ups arbeiten.

Dazu muss man einen Gesamtüberblick über alle Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten haben.

Und das kann in Zeiten der Informationsüberflutung ganz schön schwierig sein.

Um Ihnen dabei zu helfen, hier ein einfacher, aber wirkungsvoller Ratschlag:

Man kann zwischen staatlicher Förderung, wie dem Gründungsbonus, und privaten Förderprogrammen wie Acceleratoren unterscheiden.

Durch diese Acceleratoren erhalten Gründer ein Gehalt und erhalten Zugang zu einem starken Netzwerk.

Förderprogramm? Wir sind hier, um Ihnen zu helfen.

#3 Mehrere Finanzierungsmöglichkeiten wählen

Start-ups kosten Geld, viel Geld, und das Eigenkapital und mögliche staatliche Zuschüsse reichen für ein schnelles Wachstum oft nicht aus.

Es ist wichtig, mindestens zwei mögliche Finanzierungsoptionen zu haben.

Meistens klappt eine der Optionen nicht und es ist fundamental, einen Plan B zu haben.

Außerdem kann durch die Auswahl einer Finanzierungsoption der Businessplan direkt auf diese zugeschnitten werden.

Hinweis: Die Finanzierung über eine Bank erfordert eine andere Struktur des Businessplans und eine andere sprachliche Gestaltung als die Ansprache eines Investors. 

Einige Finanzierungsmethoden erfordern nicht einmal einen Businessplan. Trotzdem ist dieser oft hilfreich bei der Strategie und Ausführung.

Gerade moderne Start-ups mit echtem Nutzen und Social-Media-Strategien können von modernen Strategien wie Crowdfunding profitieren.

In der Tat hat einer unserer Kunden, Bird Buddy, mit seiner ersten Crowdfunding-Kampagne mehr als 4 Millionen Euro gesammelt.

 

#4 Testen der Idee

Innovationen und Ideen sind für Außenstehende wie Banken, Investoren oder VCs oft schwer zu verstehen.

Aber Daten sprechen lauter als alles andere.

Eine großartige Möglichkeit, das Potenzial einer Idee zu testen, ist ein Markttest und die Ergebnisse in den Businessplan zu implementieren, was ihn viel überzeugender macht.

Dieser Prozess wird oft als Lean-Startup-Methode bezeichnet.

Durch die Interaktion mit potenziellen Kunden können Gründer eine Menge über deren potenzielle Probleme lernen.

Durch diesen interaktiven Ansatz umgehen die meisten Start-up-Besitzer den häufigsten Grund für das Scheitern: Produkte oder Dienstleistungen zu bauen, die nicht gebraucht werden. Oder sie nicht ausreichend auf eine bestimmte Zielgruppe zuzuschneiden.

Ein praktisches Beispiel wäre, eine Landing Page zu bauen und Traffic über Google Ads auf die Website zu schicken, obwohl die Produktions- und Vertriebskanäle noch nicht vorhanden sind.

So erhält man einen guten Überblick darüber, wie die Leute mit der Website interagieren und ob sie bereit sind zu bestellen. Die On-Demand-Essens-App Doordash begann mit demselben Konzept.

Sie hatten eine Landing Page mit Speisekarten der eingebundenen Restaurants, die wie ein voll etabliertes Unternehmen aussah, aber die Gründer übernahmen am Anfang die Lieferung.

#5 Erlaubnisse und Genehmigungen

Nicht jede Tätigkeit kann einfach ausgeführt werden.

In manchen Fällen ist eine Erlaubnis oder Genehmigung notwendig.

In Deutschland kann dies zutreffen auf:

  • Auktionen
  • Makler
  • Finanzdienstleistungen
  • Anlageberatung
  • Anlagevermittlungen und vieles mehr.

In den meisten Fällen wird die Erlaubnis von der zuständigen Gemeinde erteilt, sofern Sie die erforderlichen Unterlagen einreichen.

Vor Beginn des Businessplans ist unbedingt zu klären, ob Genehmigungen erforderlich sind und diese ggf. einzuholen.

Andernfalls kann es Monate dauern, bis die Genehmigung erteilt wird.

Wenn der Prozess zu lange dauert, ist es immer eine Option, einen Mitbegründer mit der jeweiligen Erlaubnis einzubinden.

 

#6 Grundlegende Finanzplanung

Bevor ein detaillierter Business- und Finanzplan erstellt wird, sollten sich die Gründer einen Überblick über ihre Kosten in den ersten drei Jahren verschaffen.

Am Anfang könnten das die Entwicklungskosten für eine Website oder App sein, die Anmeldegebühren für das Unternehmen und die Markeneintragung.

Langfristig könnten Löhne, Hosting-Gebühren und Steuerberater als regelmäßige Kostenpositionen gelten.

Eines der am meisten vernachlässigten, aber wichtigen Themen ist die Cashflow-Berechnung.

Dies führt oft zu großen Solvenzproblemen für das Unternehmen.

Um dieses Problem zu überwinden, sollten Sie realistisch einschätzen, wie lange die Kunden brauchen, um ihre Forderungen und Verbindlichkeiten zu begleichen, und mögliche Servicegebühren von Zahlungsanbietern abziehen.

 

#7 Timeline und Meilensteine

Als Grundlage für einen Businessplan ist ein klarer Zeitplan mit bestimmten Meilensteinen, die in den folgenden Jahren erreicht werden sollen, unumgänglich. Dazu könnten gehören:

  • Abschluss der Forschung und Entwicklung
  • Gestaltung der Corporate Identity
  • Entwicklung der Website
  • Eintragung der Handelsmarke
  • Vertrag mit dem Lieferanten
  • Gewinnung des ersten Referenzkunden
  • Start der Marketingkampagnen

Als Teil des Zeitplans ist es auch wichtig, Verantwortlichkeiten für die Meilensteine zu definieren.

Besonders wenn die Gründer als Team starten, sind klare Zuständigkeiten entscheidend.

So ist es einfacher, den Prozess zu verfolgen und herauszufinden, wo zusätzliche Hilfe benötigt wird.

Um es zusammenzufassen: Legen Sie fest, bis wann und von wem die einzelnen Entwicklungsmeilensteine umgesetzt werden sollen.

 

#8 Referenzkunden

Referenzkunden mit einem guten Ruf können für neue Unternehmen wahre Wunder bewirken.

Gründer sollten sich vor dem Start eines Businessplans überlegen, welche Referenzkunden sie gewinnen möchten und ob sie bereits Kontakte oder Beziehungen haben, die ihnen helfen könnten.

TIP

Referenzkunden könnten auch in den Entwicklungsprozess des Produkts oder der Dienstleistung einbezogen werden, um authentisches Feedback zu erhalten und den richtigen Produkt-Markt-Fit zu finden.

Es ist immer eine gute Idee, die Referenzkunden in den Businessplan einzubauen, um potenzielle Investoren zu überzeugen.

 

#9 Marketing und Außenauftritt

Das perfekte Produkt oder die perfekte Dienstleistung wird automatisch die Aufmerksamkeit neuer Kunden auf sich ziehen.

Das ist oft der größte Irrglaube von Gründern und großen Konzernen.

Doch im heutigen Zeitalter der Aufmerksamkeitsknappheit muss ein ausgeprägtes Marketingkonzept entwickelt werden.

Bevor ein Businessplan erstellt wird, sollten sich Gründer Gedanken darüber machen, über welche Kanäle sie neue Kunden gewinnen wollen und wie viel Zeit und Investitionen nötig sind, um ihre Ziel-KPIs zu erreichen.

Ziel ist es also, ein optimal auf die Zielklientel zugeschnittenes Marketingkonzept zu erstellen und umzusetzen, um eine möglichst effiziente Kundengewinnung und Kundenbindung zu erreichen und Streuverluste zu vermeiden.

Ein Beispiel: Fiji Water hatte einen denkwürdigen Auftritt bei der Golden Globe Verleihung.

Das Model Kelleth Cuthbert photobombte jedes Bild auf dem roten Teppich, indem sie einfach mit einem blauen Kleid und einem Tablett mit Fiji-Wasser im Hintergrund stand.

Dies führte zu massiver Publicity für das Unternehmen durch Memes oder TV-Berichterstattung.

Je nach konkreter Guerilla-Marketing-Idee kann das im Vergleich zu aufgeblasenen Anzeigen und Videoproduktionen extrem günstig sein.

——– Tipp ——–

Eine preiswerte und effektive Möglichkeit, ein neues Produkt oder eine Dienstleistung zu vermarkten, ist Guerilla-Marketing.

 

#10 Vorteil gegenüber dem Markt

Ein neues Unternehmen hat immer die Karte des Underdogs.

Im Optimalfall sollten sich die Gründer also überlegen, welche Vorteile ihr Unternehmen bietet und wie sie diese zu ihrem Vorteil nutzen können.

Beispiele hierfür sind Flexibilität, Zugang zu neuen Technologien oder der Besitz eines Patents für ein neues innovatives Produkt.

Einer der wichtigsten Vorteile ist es, immer in der Nähe des Kunden zu sein und bereits in dem Bereich zu arbeiten, in dem das neue Unternehmen tätig sein wird.

Ein großartiges Beispiel wäre der Mitbegründer von MailChimp, Ben Chestnut.

Im Jahr 2000 betrieb er eine Designberatungsfirma und erhielt zahlreiche Anfragen von seinen Kunden, einen Newsletter zu erstellen.

Da er und sein Team das Design von Newslettern hassten, entwickelte er ein Tool, um den Prozess zu rationalisieren, und Mailchimp war geboren.

 

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es eine ganze Reihe von Dingen, auf die Sie achten sollten, bevor Sie einen Businessplan erstellen.

Durch unsere Tipps können Sie die ersten Herausforderungen mit pravour meistern. Leider gibt es darüber hinaus noch zahlreiche weitere Herausforderungen bei der Erstellung des Businessplans.

Aber keine Sorge. Sie müssen diese nicht alleine bewältigen.

Rufen Sie uns einfach an, um Ihr Unternehmen von Anfang an richtig aufzustellen.

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